RGA / RGA Digital plus vom 25.11.2017

Bürger fahren ab sofort mit Niederflur-Bussen

 

Freuten sich über den neuen Bürgerbus, den die Stadtwerke gestern dem Verein übergeben haben (von links): Schatzmeister Siegfried Broska, Stadtwerke-Chef Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Sponsor Oliver Knedlich (Schulten) und der kommissarische Vorsitzende Sigurd Wolf. © Roland Keusch

Stadtwerke nehmen neues Modell in Empfang und reichen es weiter an den Verein. Zahl der Fahrgäste stabilisiert sich auf hohem Niveau.
Von Thomas Wintgen

In Anwesenheit von rund zwei Dutzend ehrenamtlichen Bürgerbusfahrern hat Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Hoffmann im Namen der Remscheider Stadtwerke am Freitag einen neuen Bürgerbus in Dienst genommen und an den 1. Bürgerbusverein Remscheid übergeben – auf dass dieser mit Hilfe von gut 70 Mitgliedern und aktuell 26 aktiven Fahrern werktags weiter seine Routen in drei Schichten bedient. Ab 7.15 Uhr mit dem Schwerpunkt Schülerverkehr und Lüttringhausen; bei den zwei weiteren Schichten (bis 18.30 Uhr) auch bis Hasten.

 „In Lüttringhausen gehört der Bürgerbus zum Stadtbild dazu“, lobte Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller gestern. Bürgerbus-Fahrer Ottmar Gebhardt fügte hinzu: „Er ist auch bei uns in Hasten gerne gesehen.“ Der kommissarische Vorsitzende Sigurd Wolf betonte, dass der Bürgerbus keineswegs „nur“ Senioren bediene, sondern vermehrt auch junge Menschen und morgens insbesondere Schüler. Diese fahren zur katholischen Grundschule oder zum Anschluss an die Stadtwerke Wuppertal, wo manche zur weiterführenden Schule gehen.

Thomas Hoffmann erinnerte an die Gründung und die Aufnahme des Fahrbetriebs im Dezember 2004; der Bürgerbus bediene Bereiche, die für die Stadtwerke nicht wirtschaftlich abbildbar sind – und das alles ehrenamtlich. Die Stadt gibt nur 5000 Euro im Jahr da-zu; die Stadtwerke gleichen Verluste aus; die Firma Schulten ist vom ersten Moment der Sponsor für Werbung außen auf dem Bus; weitere Firmen inserieren auf dem Display im Businnern. Der neue Bürgerbus ist der inzwischen dritte; der vergangene, der noch zwei Jahre als Reserve zur Verfügung steht, sei häufig „erkältet“ gewesen, meinen die Fahrer – vergrippt regelrecht.

Das neue Fahrzeug – 2,3 l Diesel, 150 PS, als Kastenwagen gekauft, völlig umgebaut und abgesenkt, 85 000 Euro teuer – fördere das Land mit 50- statt 35 000 Euro, weil es sich um ein Niederflurauto handele; Vorgabe sei ganz klar die Barrierefreiheit öffentlicher Verkehrsmittel. Hoffmann freute sich, dass die Firma Schulten von Anfang an als Sponsor dabei ist.

Schichel spricht von einem „Stück Daseinsvorsorge“

Geschäftsführer Oliver Knedlich sicherte gestern ohne zu zögern zu, auch weiterhin zu sponsern – das reihe sich im Unternehmen in die Historie ein – neben Lebenshilfe und Kinderhospiz insbesondere.

Siegfried Broska, der in der nächsten Mitgliederversammlung Kasse und Vorsitz in Doppelfunktion übernehmen soll, dankte für die Service-Hilfe der Stadtwerke; er rief in Erinnerung, dass der Oberbürgermeister überschlagen hatte, dass die Fahrer auf Mindestlohn-Basis pro Jahr 42 500 Euro einsparen. Großer Dank gelte Verkehrsmanager Matthias Bioly, der dem Verein stets hilfreich zur Seite stehe. Als Vertreter des OB stattete Bürgermeister David Schichel den Freiwilligen Dank ab „für ein Stück Daseinsvorsorge“; das sei gerade für eine Stadt, die so verästelt ist wie Remscheid, besonders wichtig, dankte Schichel Stadtwerken wie Schultes – zumal der Beitrag aus dem städtischen Etat „eher bescheiden“ sei. „Wir müssen schauen, was uns der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wert ist“, konnte er sich einen Seitenhieb auf die Landesregierung nicht verkneifen. Für 40 Millionen, die die beim Sozialticket einspare, könne man fünf Kilometer Autobahn bauen, verteuere aber 300.000 Nutznießern das Fahren mit Bus und Bahn; das mache umso mehr deutlich, wie „unbezahlbar“ das Engagement der ehrenamtlichen Bürgerbus-Fahrer sei.

Rolf Peuster, Mitgründer des Bürgerbusvereins Wipperfürth und bis zum Ruhestand Betriebsleiter bei den Oberbergischen Verkehrsbetrieben AG (OVAG), entlastet seit September das Büro des Landesverbandes, der zurzeit 134 Bürgerbusvereine vertritt; davon gibt es allein sieben zwischen Burscheid und Radevormwald. Der Dachverband mache sich natürlich Gedanken über die wesentlichen Themen Barrierefreiheit und schadstoffärmere Antriebe. Remscheid sei – neben Leichlingen – im Übrigen der erste Verein, der (gestern) einen Niederflurbus in Betrieb nahm.

FAHRGASTZAHLEN
STATISTIK            In den letzten fünf Jahren schwankte die Zahl der Fahrgäste zwischen 12399 (anno 2015) und 13482 (2014).
SONDERFAHRTEN                                                                                                                                                                           
Neben dem Linienverkehr (Mo-Fr) bietet der Verein auf Bestellung Sonderfahrten an Wochenenden auf seiner Route.                  Kontakt über Siegfried Broska, 951 3740.

 

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Bergische Morgenpost / rp-online vom 25.11.2017

Remscheid

Leichter Einstieg im neuen Bürgerbus

 

Einsteigen bitte: Siegfried Broska, Sigurd Wolf, Thomas Hoffmann und Oliver Knedlich (v.l.) präsentieren den neuen Bürgerbus.                                                                                                                                                               FOTO: Jürgen Moll

Das Fahrzeug mit Niederflurtechnik geht ab Montag an den Start. Die Zahl der Kunden nimmt zu. Von Henning Röser

In Lüttringhausen und am Hasten gehört er längst fest zum Stadtbild. Der Bürgerbus bringt Remscheider verlässlich und regelmäßig auch in die entlegeneren Winkel der Seestadt auf dem Berge. Jene Orte, die die Stadtwerke Remscheid mit ihren Bussen teils aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr anfahren, teilweise aber auch, weil sie für die großen Linien-Busse nur schlecht oder gar nicht zu erreichen sind.

In Lüttringhausen und am Hasten gehört er längst fest zum Stadtbild. Der Bürgerbus bringt Remscheider verlässlich und regelmäßig auch in die entlegeneren Winkel der Seestadt auf dem Berge. Jene Orte, die die Stadtwerke Remscheid mit ihren Bussen teils aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr anfahren, teilweise aber auch, weil sie für die großen Linien-Busse nur schlecht oder gar nicht zu erreichen sind.

Der Bus ist kein Fahrzeug von der Stange, bei der Ausrüstung für seinen Zweck wirkte der Verein aktiv mit. Der neue Bus bietet innen mehr Platz, ist bequemer.

Der größere Unterschied liegt allerdings in einem anderen Ausstattungsdetail. Der Kleinbus ist erstmalig ein Niederflur-Modell, der den Fahrgästen das Einsteigen deutlich leichter macht. Eine ausziehbare Rampe ermöglicht Rollstuhlfahrern oder Müttern mit Kinderwagen, ohne zu viel Mühe in den Bus zu kommen. Die Bezirksregierung förderte die Anschaffung mit 50.000 Euro.

Die restlichen 35.000 Euro tragen bis auf einen kleinen Zuschuss der Stadt die Stadtwerke. Broska lobte die gute Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben und deren Chef Matthias Bioly. An der Neuenkamper Straße wird das Fahrzeug gewartet. Die Zusammenarbeit ist gut.

Für die Begleichung der laufenden Kosten kann sich der Verein auch auf die Firma Gebäudedienste Schulten verlassen. Seit dem Start im Jahr 2004 ist sie mit Werbung auf dem Bus vertreten. Und das werde auch in den kommenden Jahren so bleiben, versprach Geschäftsführer Oliver Knedlich. Er lobte die ehrenamtliche Arbeit des Vereins.

Ab Montag übernimmt der neue Bus die Tour von seinem zuletzt etwas schwächelnden Vorgänger. Auf ihn wartet ein langer Arbeitstag. Die ersten Fahrten am frühen Morgen macht der Bürgerbus im Schülertransportverkehr, dann geht es weiter in die Stadtteile. Längst befördere man auch tagsüber nicht nur ältere Menschen, sagte der Vereinsvorsitzende Sigurd Wolf. Die Zahl der Fahrgäste wächst.

Die wichtige Rolle des Vereins für die Mobilität älterer Menschen hob Bürgermeister David Schichel (Grüne) hervor. Das wird auch die älteste Kundin des Bürgerbusses unterschreiben - sie ist 96 Jahre alt.

Quelle: RP

 

 

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Beitrag auf "waterboelles.de"

"Speedy 3" verspricht mehr Bequemlichkeit

Geschrieben von Lothar Kaiser am Samstag, 25. November 2017

 

(zum Starten des Videos hier klicken: https://youtu.be/kKioeK0AEmA)

Warum, wenn Schiffe mit Champagner getauft werden, nicht auch mal einen Bürgerbus mit Asti Spumante taufen, zumal er aus italienischer Produktion stammt?! So geschehen gestern Nachmittag neben der Wagenhalle der Remscheider Stadtwerke an der Neuenkamper Straße. Zur perlenden Taufe des neuen, behindertengerechten Wagens (Preis netto 85.000 Euro) durch Sigurd Wolf auf den Namen „Speedy 3“ hatte sich der größte Teil der 25 Fahrer/innen versammelt, die für einen festen Fahrplan des Remscheider Bürgerbusses sorgen. Nun also auf dem neuen, dritten Wagen, diesmal mit niedriger Einstiegskante („Niederflur“). Den größten Zuschuss gab die Bezirksregierung Düsseldorf. Beteiligt waren aber auch Stadt Remscheid, Stadtwerke Remscheid und zahlreiche Sponsoren

Der 1. Bürgerbusverein Remscheid e.V. mit seinen 70 Mitgliedern kann stolz sein auf insgesamt 700.000 Kilometer seit Aufnahme des Fahrbetriebs im Jahre 2004, die mit den ersten beiden Transportern zurückgelegt wurden, und auf mehr als 120.000 Fahrgästen. Das bescheinigten ihnen gestern Bürgermeister David Schichel in Vertretung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weísz und der Lüttringhauser Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller. Wirkungskreis des Bürgerbusses sind Ortsteile, die von Linienbussen der Stadtwerke nicht angefahren werden. Deren Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Hoffmann überreichte Wolf den Fahrzeugschlüssel, nicht ohne allen Fahrer/innen für ihren ehrenamtlichen Einsatz (oft schon früh am Morgen) zu danken. Mit seinen werktäglichen Fahrten sorgt der 1. Bürgerbusverein Remscheid e. V. für die Mobilität der Mitbürger in Hasten, Lüttringhausen, Westen, Grund und Herbringhausen. Von Holger Krant, einem der ehrenamtlichen Fahrer, ließ sich der Waterbölles die Vorzüge des neuen Wagens erläutern.

Der Dachverband „pro Bürgerbus NRW“ war durch Rolf Peuster vertreten. Er berichtete, im Rheinland am Mittag an der Einweihung des ersten Niederflur-Bürgerbusses teilgenommen zu haben. Wenn wir das gewusst hätten“, rutschte Matthias Bioly von den Stadtwerken heraus. „Dann hätten wir den Remscheider Bus schon gestern eingeweiht!“

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